Rüsten

Das Rüsten ist der Vorgang bei dem ein Betriebsmittel in der Produktion für den nächsten Auftrag vorbereitet und später wieder in einen neutralen Zustand gebracht wird. Beim Rüsten kann beispielsweise eine Anlage mit einem anderen Werkzeug bestückt werden.

Der eigentliche Vorgang soll dafür sorgen, dass eine Maschine oder Anlage möglichst lange produktiv ist. Dazu ist es notwendig, dass die Maschine oder Anlage nach dem Fertigungsauftrag in einen neutralen Zustand gebracht wird, das Werkzeug also entfernt wird. So kann dann ein neues Werkzeug für den nächsten Fertigungsauftrag direkt wieder aufgesetzt werden.

Im Folgenden wird das Rüsten beschrieben.

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Rüsten von Maschinen

Eine Maschine oder Anlage zu rüsten kommt in der Produktion ziemlich oft vor, wenn viele verschiedene Teile gefertigt werden müssen und diese in unterschiedlichen Mengen gebraucht werden.

Da Maschinen teuer und die Fertigungsflächen begrenzt sind, stehen auch nur eine begrenzte Anzahl von Maschinen zur Verfügung. Diese Maschinen gilt es dann je nach Bedarf umzurüsten.

Das Umrüsten von Maschinen ist daher ein Mittel um die vorhandenen Maschinen besser auszulasten, die Investitionen in Maschinen gering zu halten und gleichzeitig die Flächen und Lager besser zu nutzen.

Rüstkosten

Wie hoch dürfen Rüstkosten sein? Was kann man tun um die Rüstkosten zu reduzieren?

Die Rüstkosten sind erstmal die Kosten die durch die Tätigkeit des Rüstens entstehen. Hier kann man die Mitarbeiter und die eingesetzten Betriebsmittel in die Berechnung einbeziehen.

Die Kosten lassen sich reduzieren indem der Rüstvorgang optimiert wird.

Rüsten optimieren

Schnelles Rüsten ist eine Voraussetzung für geringe Rüstkosten. Den Rüstvorgang kann man optimieren und dafür wurde verschiedene Ansätze entwickelt.

Das Ziel einer Rüstzeitoptimierung ist es die Rüstzeiten so zu reduzieren, dass noch alle Möglichkeiten gegeben sind und die Flexibilität nicht darunter leidet. Hier kann nur eine detaillierte Analyse des Vorgang zu einer guten Optimierung führen.

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SMED Rüsten

SMED steht für „Single Minute Exchange of Die“ und bedeutet sinngemäß, dass das Rüsten im einstelligen Minutenbereich liegen soll.

Das SMED Verfahren wurde in Japan entwickelt und verfolgt neben der Vorbereitung der Maschine auf den Fertigungsprozess auch noch das Ziel der Reduzierung der Bestände.

Internes und externes Rüsten

Es wird zwischen internen und externen Schritten unterschieden.

Interne Schritte sind solche die nur bei Stillstand der Maschine durchgeführt werden können. Beispielsweise der eigentliche Rüstvorgang bzw. der Wechsel des Werkzeugs an der Maschine.

Externe Schritte sind diejenigen die durchgeführt werden können wenn die Maschine noch läuft. Es sind vorallem vorbereitende Schritte die den Rüstvorgang vorbereiten sollen.

Rüstworkshop

Ein Wort zu den Mitarbeitern: Wenn das SMED Verfahren im Unternehmen noch nicht angewendet wird oder noch gar kein standardisiertes Rüstverfahren Anwendung findet können die Mitarbeiter über Rüstworkshops über die neuen Methoden informiert werden.

Wichtig ist, dass die Mitarbeiter in den Prozess eingebunden werden und Vorschläge zum Rüstvorgang liefern können. Das sorgt nicht nur für Akzeptanz von neuen Methoden und Verfahren sondern hebt auch einen großen Erfahrungsschatz bei den Mitarbeitern.

Der Mitarbeiter ist täglich in der Produktion und kann eher Schwachstellen erkennen als jemand der nur gelegentlich Mal in der Produktion vorbeischaut (Produktionsleitung, Geschäftsführer, etc.).

Fazit:

Der Rüstvorgang ist aus verschiedenen Gründen zu optimieren. Es geht hier um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, aber auch um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter und die Schonung von Ressourcen.

Die Optimierung hat immer mehrere Vorteile, die man aber oft nur in Verbindung mit anderen Vorteilen umsetzen kann.

Beispiel: Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen lassen sich oft nur dann durchsetzen wenn man den Vorgesetzten davon überzeugen kann, dass sich auch die Produktivität des Mitarbeiters erhöht.

Als Prozessoptimierer oder ähnliches sollte man bei Optimierungen immer das Interesse des Mitarbeiters und des Unternehmens im Auge behalten.

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